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Elke und Siggi Seckler blicken auf langjährige Gemeindearbeit zurück

"Das Ehrenamt bietet die Chance, seine Talente weiterzuentwickeln"

H. WiegersFreuen sich auf mehr Zeit für ihre Familie und ihre Hobbies Wandern und Fotografieren: Elke und Siggi Seckler auf der Empore der Christuskirche in Bingen-Büdesheim.

In den Hochzeiten ihres Engagements mussten alle privaten Termine auf das kirchliche Ehrenamt abgestimmt sein. "Von sieben Tagen", erinnert sich Siegfried Seckler, "war ich an fünf Abenden in der Woche für die Kirche unterwegs – und natürlich auch oft am Wochenende." Seine Frau Elke war 25 Jahre Motor des Gemeindebriefes. Nun haben die beiden ihre Ehrenämter in der Gemeinde abgegeben, um mehr Zeit für sich und ihre Hobbies zu haben. Nun blicken sie zurück.

In den Hochzeiten ihres Engagements mussten alle privaten Termine auf das kirchliche Ehrenamt abgestimmt sein. "Von sieben Tagen", erinnert sich Siegfried Seckler, "war ich an fünf Abenden in der Woche für die Kirche unterwegs – und natürlich auch oft am Wochenende." Missen möchte das Ehepaar Elke und Siggi Seckler die Zeit jedoch nicht, in der sie ein wichtiger Bestandteil des kirchlichen Lebens der Binger Christuskirchengemeinde waren. "Ich empfinde eine große Zufriedenheit", erklärt Siggi Seckler, "hier etwas geschaffen zu haben. Das Ehrenamt hat mich gefordert." Und seine Frau ergänzt: "Das Ehrenamt bietet die Chance, seine Talente weiter zu entwickeln. Man lernt nicht nur Sachen anzugehen, an die man sich vorher nicht rangetraut hat, man lernt auch viele neue Menschen kennen, findet Freunde".

 

Mehr als 25 Jahre Motor des Gemeindebriefs

Doch nun soll damit Schluss sein – zu mindestens weitgehend. Elke Seckler, die mehr als 25 Jahre der Motor des Gemeindebriefs der Christuskirche war, die rund 100 Gemeindebriefe und noch viel mehr Liedblätter layoutet und redaktionell betreut hat, wird 2023 dieses Ehrenamt abgeben. "Ihr" letzter Gemeindebrief ist im Dezember mit einem wunderbar leuchtenden Titel zum Jahresmotto der EKD erschienen. Und Siggi Seckler möchte nun zeitgleich die Betreuung der Gemeinde-Website abgeben, die er im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben hat – in einer Zeit, in der man im Evangelischen Dekanat Ingelheim die Gemeindewebsites noch an einer Hand abzählen konnte.

 

Vom Ehrenamt ein Leben lang begleitet

Unabhängig voneinander sind die Secklers zu dem Schluss gekommen, ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement zu beenden und sich mehr ihrem Privatleben zu widmen, noch mehr zu wandern und ihre beiden Enkelkinder zu sehen. "Das passt jetzt zu unserem Leben. Unsere Eltern sind noch nicht pflegebedürftig und wir können reisen." Ohne Ehrenamt, das wird für die beiden vielleicht erst einmal ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, denn das Ehrenamt hat die beiden ihr Leben lang begleitet. Der gebürtige Gensinger Siegfried Seckler hat sich früh für den DLRG und für das Rote Kreuz engagiert. Als Bezirksjugendwart der DLRG hat ihn auch seine spätere Frau Elke kennengelernt. Die gebürtige Mainzerin liebte nicht nur das Schwimmen, sie war auch durch ihr Elternhaus in der evangelischen Kirchengemeinde Mainz-Mombach ehrenamtlich engagiert, sang, bis die Corona-Pandemie es unmöglich machte, leidenschaftlich gern – z. T. in vier Chören gleichzeitig.

 

Die richtige Balance zwischen Krankheit und Weiterleben

Wenige Jahre nach der Hochzeit, man war nach Bingen-Dietersheim gezogen und das Familienglück erschien mit Tochter Sandra und Sohn Sven geradezu perfekt – veränderte ein schweres Herzleiden Siegfried Secklers alles. Der junge Familienvater musste sich einer Herztransplantation unterziehen. Eine damals noch sehr riskante Operation mit geringen Überlebenschancen. Doch er kämpfte sich – unterstützt von seiner Frau – wieder ins Leben zurück. Ist bis heute – wenn auch in Teilzeit – berufstätig. Was für die Familie ein schwerer Schicksalsschlag war, erwies sich für die Gesellschaft als Glücksfall, denn über die Kinder, die er nun halbtags betreute, um seiner Frau die Chance des beruflichen Wiedereinstiegs zu ermöglichen, entdeckte der Informatik-Ingenieur wieder seine Leidenschaft für's Ehrenamt – erst im Kindergarten, dann in der Schule und schließlich auch in der Kirche. Wichtig sei für ihn gewesen, erzählt er heute rückblickend, "die richtige Balance zwischen Krankheit und Weiterleben zu finden. Ich hatte nie die Zeit dafür, krank zu sein." Dennoch, immer wieder fordert die Krankheit bis heute bei ihm ihren Tribut, nachdem er auch eine Krebserkrankung durchmachen musste. Mit dem ihm eigenen Humor erklärt Siggi Seckler: "Ich habe 300 gute Tage im Jahr – die anderen vergessen wir besser."

 

Konfi-Unterricht, Kirchenvorstand, Gemeindebrief, Liederblätter

Aber was er und seine Frau, wenn es die Gesundheit zuließ, alles auf die Beine gestellt haben, ist bewunderungswürdig. Zehn Jahre lang hat Siggi Seckler zeitweise auch mit seiner Frau – zunächst in einer Vakanzzeit der Gemeinde und dann auch darüber hinaus – den Konfirmandenunterricht mitgestaltet. Von 2003 bis 2012 war der EDV-Fachmann im Kirchenvorstand und von 2009 bis 2012 Kirchenvorstandsvorsitzender, verantwortete die Erweiterung des Kindergartens, war Gründungsmitglied des Pfadfinderstammes der Gemeinde, engagierte sich für das Fundraising der Kirchenrenovierung und die Installation der Haustechnik im Gemeindehaus. "In meinen Hochzeiten", erinnert sich Siggi Seckler, "hatte ich quasi einen Halbtagsjob in der Gemeinde." Seine Frau stellte derweil sicher, dass der Gemeindebrief regelmäßig und pünktlich erschien, und verband ihre Leidenschaft für die Musik mit ihren eigenen EDV-Kenntnissen ("Ich habe ja schließlich die Schreibsoftware "Word" mitgeheiratet") und sorgte dafür, dass die Liedblätter in der Gemeinde bestens lesbar waren. Für das ökumenische Projekt der Sternsinger entwarf sie über Jahre hinweg die Urkunden für den ehrenamtlichen Nachwuchs, liebevoll ergänzt um ein Foto der Laufgruppe, in der die einzelnen Kinder jeweils waren.

 

"Menschen kommen nur zu Menschen und nicht zu einer Institution"

Und das sind nur einige Beispiele für den außerordentlichen ehrenamtlichen Einsatz der Secklers! Gefragt, was ihn denn dazu motiviert hat, so viel Freizeit für seine Kirchengemeinde zu opfern, erklärt Siggi Seckler: "Mich haben die Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die z. B. das Kirchenvorstandsamt bietet, gereizt. Ich habe mich über die Ehrenamtsakademie der EKHN methodisch-didaktisch fortbilden können, aber auch Veranstaltungen, die mich spirituell weitergebracht haben, besucht." Eine Gefahr für das Ehrenamt sieht er darin, dass die Pfarrerinnen und Pfarrer heute sehr überlastet seien und nicht mehr die Möglichkeit hätten, die persönlichen Kontakte zu den Ehrenamtlichen zu halten. "Schlussendlich", erklärt er, "kommen Menschen doch immer nur zu Menschen und nicht zu einer Institution."

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