Johanneskirche Bingen

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Die Geschichte der Johanneskirchengemeinde

(c) JK

1522 versuchte Melchior Ambach als Pfarrer eine evangelische Gemeinde in Bingen aufzubauen. Er wurde aber bald verhaftet, musste abschwören. 1525 brach dann die reformatorische Bewegung in Bingen erst einmal vollkommen zusammen.

1798 wurde das Binger Land durch die französische Besetzung vom Erzstift Mainz abgetrennt. Dadurch kam es zum ersten Mal nach 2 Jahrhunderten zu einer Duldung der evangelischen Christen in Bingen, so dass 1801 drei Lutheraner und 2 Reformierte unter den 2570 damaligen Einwohnern lebten.
In der folgenden Zeit stieg die Zahl weiter an, so dass die evangelischen Christen bereits 1858 bereits 8,10% der Bevölkerung von Bingen ausmachte.

So wurde 1843 eine eigene evangelische Gemeinde konstituiert, so dass die Gemeindemitglieder nicht mehr weiter von der Gemeinde in Gensingen betreut werden mussten. Pfarrverweser Jacob Paul kam im Frühjahr 1843 nach Bingen, um den evangelischen Unterricht zu übernehmen und für die Einrichtung eines evangelischen Gottesdienstes zu sorgen.

(c) JK

Ihr erstes Domizil fand die junge Gemeinde in der Hospitalstraße 2. Die Stadt Bingen hat ihr den so genannten "Prüfsaal" für ihren Gottesdienst angeboten. Dort wurde am 1. Oktober 1843 der erste evangelische Gottesdienst in Bingen gefeiert.

Doch schon bald ging man an die Suche nach einem richtigen Gottesdiensthaus. Als sich die Pläne zerschlugen das städtische Badhaus anzukaufen und umzubauen, entschloss man sich, eine eigenen Kirche zu bauen.
Nach einige Schwierigkeiten konnte man 1855 schließlich einen Bauplatz am Stadtrand erwerben. Es dauerte dann aber noch bis 1. Juli 1858, bis der Grundstein gelegt wurde, da sich die Finanzierung und die damit verbundenen Baugenehmigung hinzog. Am 3. September 1860 konnte die Kirche dann feierlich eingeweiht werden.

Auch für den evangelischen Unterricht suchte man weiter nach entsprechenden Möglichkeiten. 1868 konnte eine einstweilige, provisorische, evangelische Schule mit 60 Schülern gegründet werden. Sie hatte am Ende 4 Klassen und wurde am beginn des III. Reiches in eine Simultanschule umgewandelt. Auch wenn die katholische Gemeinde nach dem II. Weltkrieg noch mal eine Konfessionsschule bis 1970 errichtete, gingen die evangelischen Kinder weiterhin auf die Simultanschulen.

Die weitere Geschichte in Stichpunkten

  • 23. Januar 1884: Gründung des Kirchengesangverein
  • 1897: Der Kirchengemeinde wird eine Gemälde von Gerhard Seegers "Christus erscheint der Magdalena als Gärtner" von Bürgermeister Allmann geschenkt. Damit wird die letztliche Akzeptanz der damaligen Evangelischen Kirchengemeinde deutlich. Das Gemälde ist seit 1958 als ständige Leihgabe in der Gemäldegalerie der Stadt Mainz.
  • 19. Juli 1903: Gründung des "Evangelischen Vereins für Krankenpflege", welcher die Arbeit der Gemeindeschwestern finanziell unterstützte.
  • 1921: Gründung der Frauenarbeitsgemeinschaft (später: "Frauenhilfe")
  • 1925: Eröffnung der Kinderschule (heute "Kindertagesstätte")
  • 9. Oktober 1955: Einweihung des Gemeindehauses in der Kurfürstenstraße
    In dem Gebäude nimmt der Evangelische Kindergarten der Johanneskirchengemeinde seinen Betrieb auf.
  • 1. April 1959: Der Pfarrbezirk West wird zur selbständigen "Evangelischen Kirchengemeinde Büdesheim".
  • 1960: Kauf des Hauses in der Kurfürstenstraße 8
    Renovierung der Orgel
  • 1963: Beginn des monatlichen Gottesdienstes im Schulsaal von Kempten
  • 1972: Erste Seniorennachmittage
  • 1973: Einführung der Einzelkelche bei der Abendmahlsfeier
  • 1976: Beginn der regelmäßigen Andachten im Altenheim St. Martin
  • 1979: Die Teestube öffnete im Gemeindehaus ihre Pforten
    Die Schwesternstation wird aufgelöst, da Sozialstation St. Rochus aufgebaut wurde.
  • 1982: Die Kirchengemeinde schließt sich dem 3. Weltladen e.V. an.
  • 1983: Gründung des ökumenischen Seniorenbundes St. Martin
  • 1984: Die Innenrenovierung der Johanneskirche wurde abgeschlossen
    Gründung der ökumenischen Nichtsesshaftenhilfe

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